18. Januar bis 20. Januar ´07 - Camp bis nach Playa Mouerto

18. Januar ´07 - Camp

Wir schliefen heute ein weile länger als sonst und frühstückten nicht viel. Da wir bald weiter gingen, ständig durch Flüsse, war es gut das ich Gummistiefel gekauft habe, aber durch die Größe mir diese ziemlich beim laufen schmerzte. Bis Playa Mouerto würde ich aber noch durchhalten. Nach langem laufen machten wir am Flussufer Pause, wo Milanio angeln ging und Aristobolo mit mir Merachoeier suchte. Die wir auch zahlreich fanden und zu einer Suppe verarbeiteten.










Nach dem guten Essen liefen wir nochmals zwei stunden wo wir an einem gutem Platz unser Nachtlager aufbauten. Der Platz war heute voller Moskitos die mir dank „Repelent“ nichts anhaben konnten. Außer den Moskitos war der Schlafplatz wunderschöne. Wir gingen Abends nochmals fischen und blieben noch lange am Lager Feuer sitzen.

19. Januar ´07 - Ankunft in Playa Mouerto

Ich stand heute wieder sehr früh auf um ein kühles Bad im Fluss zu nehmen. Am Abend zuvor bin ich beim waschen ausgerutscht und habe mir fast den Fußnagel des kleinen Zehs abgebrochen den ich jetzt ständig mit einem Pflaster fixieren musste. Die Gummistiefel schmerzen jetzt auch ständig aber bis Playa Mouerto werde ich noch laufen können. Nach einem Frühstück machten wir uns früh auf den Weg. Heute war bis jetzt der höchste berg den wir bestiegen haben 780 Höhenmeter, was bei diesem tropischen Klima sehr anstrengend sein kann. Von dem höchsten Punkt konnte man schon die Pazifikküste erkennen, was sehr faszinierend auf mich wirkte. Also kamen wir vom Dschungel an die Pazifikküste nach heutigem 6 Std. Marsch. Dort tranken wir von den Kokosnüssen welche man hier sehr häufig am Strand findet.










In der Nähe des Strandes trafen wir noch einen Bewohner von Playa Mouerto den ich gleich mal nach meinen Möglichkeiten um nach Jaque zu kommen fragte. Er gab uns einen guten Tipp zu wem wir gehen sollten und eine kleine Wegbeschreibung die sich viel später als kleines Problem aufgab. Darauf werde ich aber später noch eingehen. Bei der Pause tauchte ein Mann von Bayamo auf der diese Strecke, also von Bayamo nach Playa Mouerto, in 8 Std. lief. Für mich war es aber besser in drei Tagen weil ich die schöne Natur kennen lernen wollte. Auch mit ihm sprach ich über Wege nach Jaque. Bis jetzt bekam ich bei jedem den ich fragte eine andere Antwort z.B. es gibt Trochas nach Jaque, dann gibt es wieder keine usw. Dieser Mann sagte es gibt einen alten Weg über Manene von Sambu und von Manene gibt es eine Trocha nach Jaque da hatte ich zumindest eine Zweitroute falls ich in Playa Mouerto keinen Guide finden sollte oder die Polizei ich nicht gehen lassen würde. Mit milanio hat sich leider schon bei frühen Gespräche herausgestellt das er nur mit nach Playa mouerto mit geht weil wir einen Zweiten Guide bräuchten der ja genau soviel verdienen will und ich keine zwei Guides mit 35$ bezahlen könnte. Ein Guide reichte klärte ich mit ihm, also einigten wir uns bis Playa Mouerto. Obwohl er als mein Guide bis Jaque in meiner Genehmigung eingetragen ist. Wir machten uns bald zu viert auf den Weg nach Playa Mouerto, wo wir eine halbe stunde am strand entlang laufen mussten, was eine ziemliche Abwechslung zu 15 Tagen Dschungelaufenthalt war. In Playa Mouerto starrte mich gleich die Polizei so komisch an das ich gleich dachte die werden mich nicht weiter lassen. Aber sie waren nach kurzen Gesprächen dann doch viel lockerer als ich dachte. Sie meldeten mich gleich in El Real und funkten nach meiner Anfrage nach Puerto Pinja um die jetzige Situation heraus zu finden. Sie wollten das ich später noch zu weiterer Gesprächen zu ihnen komme. Wir gingen anschließend zu Literio Sanapu der später mein Guide nach Puerto Pinja werden sollte. Dort fanden wir Unterkunft. Aristobolo wollte heute auch hier bleiben und sich morgen wieder auf den weg nach Bayamo machen. Milanio klärte gleich alles mit Literio über meinen Plan nach Jaque zu laufen wie viel ich bezahle usw. Derweil genoss ich den schönen Strand von playa mouerto das direkt am Pazifik ist. Schon bald kam literio zu mir und willigte meinen plan ein das er mir hilft aber mich nur nach puerto pinja begleitet und sein Sohn als Helfer mit nehmen würde.

Wir einigten uns auf 300$, da diese Wanderung direkt durch den Dschungel ohne jegliche Wege oder Dörfern geht und wir nur die Pazifikküste und meinen Kompass zur Orientierung hatten, und das wir am nächsten Morgen den Rest klären würden, da er sich noch mit ein paar Leuten unterhalten müsse. Wir gingen zu seinem Haus zurück wo wir ersteinmal Reis mit Thunfisch frisch aus dem Meer gegessen haben. Nach dem Essen gingen Aristobolo und ich zur Bar von Playa Mouerto wo auch der dortige Militärchef anwesend war. Ich unterhielt mich gleich mit dem Chef der ziemlich locker war. Es waren 30 Mann hier stationiert und die Lage war ziemlich ruhig. Es ist mindestens 10jahre her seit die Guerilleros oder Paramilitär hier waren. Nach meinen Fragen tranken wir noch viel Bier das dem dortigen Militärchef gut gefallen hat. Wir torkelten dann um 22.00uhr zurück zum Haus weil in Playa Mouerto Ausgangssperre um 21:00 Uhr ist und wir schon eine halbe stunde drüber waren. Und ein kleines Problem war auch das wir unsere Taschenlampen nicht dabei hatten und in völliger Dunkelheit zurückgingen. Aber wir sind gut angekommen mit Hilfe der dortigen Nachbarn die uns ab und zu den weg geleuchtet haben. Das Essen war jetzt natürlich kalt, das ich aber dennoch noch schnell gegessen habe und bald darauf schlafen ging.

20. Januar ´07 - Playa Mouerto.

Die anderen waren gestern Nacht schon alle am schlafen und heute morgen entschuldigte ich mich ersteinmal für die gestrige Nacht. Bald hatte sich Aristobolo der ein sehr guter Guide für mich gewesen war verabschiedet, um seine 8h nach Bayamo zurück zulaufen. Milanio wollte auch bald gehen denn an diesem Nachmittag fährt sein boot nach La Palma von wo aus er am nächsten Tag nach El Real fährt. Mit Milanio war ich jetzt 20 Tage im Dschungel von Mittelamerika nach Südamerika unterwegs. Er war mir ebenfalls eine gute Hilfe. Ich gab Milanio noch den Rest des Geldes was ich ihm geschuldet habe. Zusammen sind wir jetzt ungefähr 120 Kilometer zu Fuß unterwegs gewesen, was für mich eine sehr gute Zeit ohne jegliche großen Beschwerden war. Mit Literio ging es noch weitere 90 km durch den Dschungel. Mit Milanio wollte ich was trinken gehen es war aber nichts mehr da, die leute warteten auf das boot mit der nächsten Lieferung. Angeblich hatten wir gestern Nacht alles weg getrunken. Bald kam auch das boot auf das alle warteten und ich habe mich verabschiedet von Milanio der auf das boot ging das zurück nach La Palma fuhr. Literio kam ebenfalls dazu um sich zu verabschieden und wir gingen zurück zu seinem Haus wo wir noch weiteres besprochen haben. Sein Sohn Arisio wird uns helfen das nötige Proviant zu tragen und wir blieben beim Gebotenen. Nach dem Mittagessen, was wieder aus Thunfisch mit Reis bestand, ging ich zum einzigen Laden um noch nötiges einzukaufen. Wir kauften 6 Kilo Reis etliche Konservendosen da wir wahrscheinlich Fische oder Muscheln am Strand finden werden hatte ich nicht zu viel kaufen wollen, weil wir ja alles auch tragen mussten. Als wir zurück kamen hat der Herr den ich gestern traf schon auf uns gewartet. Er wollte uns nochmals den Weg erklären und sagte wir würden in drei Tagen in Puerto Pinja ankommen was ich aber gleich bezweifelte da ich keine 30 km am Tag durch den Dschungel hetzen wollte. Mit Milanio machten wir dann 5 Tage aus, was aber auch nicht gereicht hat. Da ja keiner bis jetzt hier von Playa Mouerto nach Puerto Pinja zu fuß gegangen ist, da normalerweise ein boot fährt, brauchen die Bewohner hier auch keine Trochas. Literio wohnt seit 30 Jahren in Playa Mouerto und hat noch nie etwas davon gehört das jemand diese Strecke zu Fuß bewältigt hat. Aber in reizte das ebenfalls und da er viel in diesem Gebiet gejagt hat ging er mit mir. Jetzt war ich davor mein größtes Abenteuer im Dschungel Dariens zu erleben und wir planten die Abreise für den morgigen Tag. Die Kinder Literios zeigten mir noch einen schönen Wasserfall unter dem ich ein kühlendes Bad genießen durfte. Auf dem Rückweg hielt ich bei der Polizei um nochmals alles zu klären. Sie machten mir überhaupt keine Probleme, und scherzten und unterhielten sich lange mit mir. Ich ging anschließend zurück zu Literio um mich für den nächsten Tag auszuruhen.

 
  Suedamerika Touren Darien 20. Jan