|
Von Panama-City in den Dschungel Dariens
Nach 12 Stunden Flug, kam ich am Samstag, den 29.12.2006, gegen 22:00 Uhr in Panama-City an.
Ich übernachtete in einem Hotel im Zentrum der Stadt, in der Avenua Balboa. Am nächsten Tag,
Sonntag, schaute ich mir gemütlich die Stadt an und erkundigte mich bei den Einheimischen über
die Situation im Dschungel Dariens. Sylvester feierte ich in angenehmer Gesellschaft auf den
Straßen von Panama City. Nachdem ich mich die Tage zuvor ausreichend mit Proviant eingedeckt
hatte, ging es am Neujahrstag mit dem Bus nach Metitti los, wo ich im Anschluss das Kollektivtaxi
nach Puerto Quimba nahm, um dort Anschluss mit dem Boot nach La Palma, die Provinzhauptstadt von Darien,
zu gelangen. Über die Region Darien verteilt gibt es vielerorts Checkpoints die vereinzelt auftauchende
Touristen in ihren Aufzeichnungen registrieren.
Das Grenzgebiet um Kolumbien ist seit langem ein von Guerillas, Paramilitär und Drogenschmugglern
belagertes Gebiet. Wegen seiner Abgeschiedenheit und wegen der Abwesenheit von Justiz und Authorität
bietet das Gebiet gute Bedingungen um Rückhaltecamps für FARC-Einheiten usw. einzurichten. Schon mehrmals
hörte man von Entführungen von Touristen und Einheimischen Kuna-Indianern. Mein Plan war bei Paya, über
den Grenzstein Palo de Letras, in den Nationalpark Los Katios nach Kolumbien einzureisen aber es wurde
mir von der Polizeibehörde in El Real nicht genehmigt! In La Palma informierte ich mich bei einem
freundlichen Polizisten über meine Möglichkeiten nach Kolumbien zu gelangen. Er erklärte mir, dass ich
entweder über Jaque, die Pazifikseite oder Puerto Obaldia, die Karibikseite, nahe am berüchtigten
Grenzgebiet Paya gehen müsste. Ich entschied mich für die Pazifikseite. Der Polizist informierte den
Bürgermeister von El Real, der mir helfen sollte einen Guide für meine Tour zu finden. Meine Route ging
200km quer durch den Dschungel Dariens, den Nationalpark um am anderen Ende, in Jaque meinen Ausreisestempel,
ohne den ich nicht hätte ausreisen können, zu bekommen.
El real bis jaque!
Nach einer Nacht in La Palma reiste ich nach El Real, wo ich im einzigen Hotel „El Mazareno“ eincheckte.
Gleich beim Essen ergab sich die Möglichkeit sich über die Reiseverhältnisse zu erkundigen.
Am nächsten Tag hatte ich um 9:00 Uhr einen Termin mit dem Bürgermeister, dieser war jedoch nicht anwesend.
Er schlief, da er spät von Yaviza zurückgekommen war. Da er mich versetzte ging ich in die Nationalparkverwaltung
um einen Guide zu finden und die Genehmigung einzuholen, um zu Fuß nach Jaque zu reisen. Jaque ist die letzte
Stadt in der Region Dariens vor der Grenze zu Kolumbien die ca. 60 km entfernt liegt.
In der Nationalparkverwaltung sagte mir der Beamte er könne mir einen Guide suchen und er hatte keine
Einwände gegen mein Vorhaben, mit einem Begleiter den Urwald zu erkunden. Ich musste eine Parkgebühr von 3,- $
und eine Zeltgebühr für 15 tage die mich 65$ kostete bezahlen. Mit der Parkverwaltung hatte ich es nicht so
schwer, aber die Polizei von El Real wollte mir ein Strich durch die Rechnung machen. Als ich zum späten Mittag
meinen Guide kennenlernte und mit ihm meine Route, Preis usw. klärte, gingen wir nach gegenseitigem Abkommen
zusammen zur Polizei. Die dortige Polizei wusste nichts über die Gegebenheiten Richtung Jaque. Nach zweistündiger
Diskussion mit mehreren Beamten und der Parkverwaltung ohne die ich die Wanderung durch Darien nie enehmigt
bekommen hätte, konnte ich mich dann mit dem Chef der Polizei einigen. Mit meiner Unterschrift eines Formulars
wo ich alle Verantwortung meiner Route übernahm und mich bei jeder Polizeistelle melden musste. Die Route
ging zuersteinmal von El Real über Dschungelpfade mit mehreren besuchen in den dortigen Embera Dörfern nach
Sambu, der ersten Polizeistelle auf dem Weg nach Playa Muerto, wo ich von der dortigen Polizei weiteres Erfahren würde.
Also wusste ich in El Real noch nicht ob ich nach Jaque zu Fuss gehen dürfte. Ich war erstmal froh das mir die
Polizei meinen Marsch nach Playa Muerto erlaubte. Der Beamte der Parkverwaltung bestätigte der Polizei das in dem
Gebiet meiner Wanderung schon lange keine Guerilleros mehr gemeldet wurden und es ruhig ist. Das liegt aber auch
daran das nur sehr wenige Menschen dieses Gebiet besuchen. Das war für mich und meinen Guide ein riskantes Vorhaben.
Da ja keiner so genau wusste was in diesem Gebiet Dariens vor sich geht. Aber die dortigen Emberadörfer meldeten
auch keine Vorfälle. Bis Playa Muerto wäre es relativ sicher. Nach der Übereinkunft mit der Polizei und Parkverwaltung
kam dann auch der Bürgermeister von El Real ins Spiel. Er saß in einer Runde in der nähe vom Hotel wo ich von einem
Mann gerufen wurde das ich zum Bürgermeister kommen sollte. Unschlüssig ging ich zum Bürgermeister um zu wissen was
er von mir wolle. Dort angekommen begrüßte ich die ganze Runde und fragte um was es denn gehen würde. Der Bürgermeister
Alvaro Bristan entschuldigte sich erst mal das er mir morgens nicht helfen konnte, da er auch von dem ganzen Stress
mit der Polizei gehört hatte. Er wollte auch wissen wer mein Guide ist. Da ich den Guide durch einen Zufall bzw.
wegen der Unzuverlässigkeit des anderen, von der Parkverwaltung vorgeschlagenen Guide, sozusagen von der Straße
engagiert hatte. Der Guide von der Parkverwaltung versetze mich gleich zwei mal, klar das ich da keinen Bock mehr
auf ihn hatte. Zufällig bekam dies mein späterer Guide mit und erklärte mir das er stattdessen mein Guide sein
könne, und das der andere ohnehin zu jung ist. Dem stimmte ich auch zu. In der Runde war auch der Vater des
Guides der mich versetzte, der natürlich sauer auf seinen Sohn war, weil er ja jetzt doch nicht für mich arbeiten
würde. Der Bürgermeister sagte dann ich soll meinen Guide Melanio Sousa holen. Nachdem ich ihm seinen Namen mitgeteilt
hatte schickte der Bürgermeister eine Mann los um in zu holen. Als Melanio kam redeten wir über die Route und wie
lang wir unterwegs sein würden. Der Bürgermeister sagte ich soll doch beide mitnehmen was ich aber nicht wollte,
da es einfach zu teuer werden würde. Er stimmte mir dann zu. Jetzt hatte ich auch den Bürgermeister auf meiner Seite,
da konnte jetzt ja nichts mehr schief gehen. Nachdem alles geklärt war konnten wir uns um die noch fehlenden
Lebensmittel kümmern. In El Real gibt es nur zwei Läden mit einem sehr kleinen Angebot aber das nötigste hatten
sie zur Verfügung. Ich hatte ja schon einiges von Panama-City dabei. Es fehlten nur ein paar Kilo Reis und Salz und
einige Geschenke für die Dorfgemeinschaften. Nach den Erledigungen verabredeten wir uns auf 8:00 Uhr am Haus von
Melanio zum Frühstuck.
Die erste grosse Tour: El Real nach Playa Muerto!!!
Größere Kartenansicht
Genaue Wegbeschreibung:
(Das sind die Gps-Koordinaten der Dörfer in denen ich eine Nacht Unterkunft fand. Ansonsten
schliefen wir in der Nähe von Flüssen um nachts zu angeln.)
| |
|
| El Real |
8°6’35,1” N Bg; 77°43’48“ WLg |
| Pijibalsal Emberadorf |
8°2’8,6” N Bg, 77°45’31,6” WLg |
| La Cumbre Emberadorf |
7°59’37” N Bg, 77°48’36,4” WLg |
| La India Emberadorf |
8°0’48”N Bg; 77°51’55,7” WLg |
| Naransati Emberadorf |
|
| Sambu |
8°1’44,7” N Bg, 78°12’39,7” WLg |
| Bayamo Emberadorf |
7°58’61” N Bg, 78°13’24,9“ WLg |
| Playa muerto Emberadorf |
7°53’16,5” N Bg, 78°21’43,2“ WLg |
|